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Laternelaufen ausgesprochen ("Mit Laternen spazieren gehen") ist eine deutsche Tradition für die Zeit um den Martinstag. Am 11. November (oder später/früher aus Termingründen) gehen Kinder (meist im Kindergarten- und Grundschulalter) mit bunten, oft selbst gebastelten Laternen (Laternenumzug) durch die Straßen. Der Laternelaufen steht in leichter Konkurrenz zu Halloween, aber sie sind unterschiedlich genug, um nebeneinander zu existieren.

Laternelaufen und Halloween können nicht miteinander verglichen werden, obwohl ihre Feiertage ungefähr an denselben Tagen stattfinden (31. Oktober und 11. November). Ihr Ursprung ist unterschiedlich, und der Laternelaufen enthält keine Art von Maskeraden, Süßes oder Saures oder ähnliche Aspekte, die üblicherweise mit Halloween in Verbindung gebracht werden.

St. Martin

Die Legende besagt, dass der Soldat St. Martin einem Bettler die Hälfte seines Soldatenmantels gab, um den Mann vor dem Erfrieren zu bewahren. Danach wurde St. Martin Bischof, um armen Menschen zu helfen. Diese Geschichte ist zwar unter deutschen Kindern allgemein bekannt und wird im Zusammenhang mit dieser Tradition erzählt, aber sie erklärt nicht den Brauch, mit Laternen durch die Straßen zu schreiten. Es gibt mehrere Gründe, warum dies so gemacht wird (s. Ursprung der Tradition).

Während der Laternelaufen eine Gedenkstätte für den heiligen Martin ist und daher gewöhnlich am 11. November stattfindet, kann er in einigen (eher protestantischen) Regionen Deutschlands bereits am 10. November stattfinden, weil er mit der Feier von Martin Luthers Geburtstag (Martinisingen) verwechselt wird. In einigen Regionen gibt es keinen festen Tag. Je nach den Bedürfnissen der jeweiligen Organisatoren können die Feiern oft an verschiedenen Tagen in derselben Stadt stattfinden. In katholischen Regionen wird Laternelaufen auch Sankt Martinsumzug genannt, wobei der Aspekt des Teilens im Mittelpunkt steht. In Österreich wird die gleiche Tradition als Laternenfest bezeichnet.

Während des Laternelaufens singen Kinder oft Martinslieder / Martinilieder, die den Martinsumzug oder Lieder über ihre Laternen verherrlichen.

Ursprung

Es ist nicht ganz klar, warum die Erzählungen über den heiligen Martin zum Brauch des Laternelaufen führten. Vielleicht ist der Laternelaufen genau wie die Adventskränze ein symbolischer Akt, "Licht in die Welt zu bringen". Es ist auch möglich, dass eine Tradition mit einer anderen verschmolzen wurde oder dass die Laternen aufgrund des Mangels an Tageslicht im Herbst und Winter Überbleibsel eines notwendigen Brauchs sind. Lichtfeste (in die eine Kategorie Laternelaufen eingeordnet werden könnte) sind überall auf der Welt und in vielen Kulturen / Traditionen zu finden (z.B. Diwali, Chanukka, Luciafest (Tag der Heiligen Lucia) und Loi Krathong).

Ablauf

Der Laternelaufen wird heute meist (privat) von den Eltern oder (öffentlich) von Kindergärten und Schulen, Kirchengemeinden oder auch politischen Parteien organisiert. Die Wege führen oft durch Wälder (sofern in der Nachbarschaft vorhanden), da dort die Straßen nicht durchgehend beleuchtet sind, so dass die Laternen die einzigen Lichtquellen sind. Der Umzug wird von Eltern, Gruppenleitern usw. begleitet, bei offiziellen Umzügen engagieren die Organisatoren oft auch jemanden, der den heiligen Martin spielt, der als bärtiger Mann in einer mittelalterlichen Soldatenuniform mit einem langen roten Umhang oder Mantel dargestellt wird und oft vor den Kindern auf einem Pferd reitet.